Steinwürfe im Gaslaternenmuseum
19 der 90 weltweit einmaligen Lampen wurden teilweise erheblich beschädigt
Tom WickmannFast jede vierte historische Laterne des Gaslaternen-Freilichtmuseums in Großen Tiergarten ist am vergangenen Wochenende beschädigt worden. Unbekannte hatten mit Pflastersteinen die Glasscheiben der Laternen eingeworfen. In mehreren Lichtanlagen wurden auch die Gasbrenner sowie die Rahmen durch Steinwürfe beschädigt. Die Laternen stehen entlang des Großen Weges vom S-Bahnhof Tiergarten zum Landwehrkanal. Sie stammen aus 25 deutschen und elf weiteren europäischen Städten. Das Museum ist ein einmaliges technisches und kulturelles Denkmal. Die Reparatur der Laternen kostet mehrere tausend Euro.
Das Museum wird vom Arbeitskreis Licht des Fördervereins des Deutschen Technikmuseums betreut. "Jedes Glas ist handgeschnitten. Das älteste stammt aus dem Jahr 1880", sagte Sabine Röck, die Vorsitzende des Arbeitskreises.
Die Verwüstungen waren von Mitgliedern der Initiative Progaslicht entdeckt worden. "Wir waren am Sonntag mit einer Reisegruppe aus Frankreich unterwegs, als wir die Beschädigungen bemerkten", sagte Sprecherin Bettina Grimm.
Neben den beschädigten Laternen lagen Pflastersteine und Glasscherben auf dem Weg. Auch wertvolle Glasrundmäntel sowie Glasglocken und Zylinder waren zerbrochen. Inzwischen hat die Kriminalpolizei der Direktion 3 die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung übernommen. Beschädigungen an so vielen Laternen habe es in einer Nacht in dem Museum noch nie gegeben, sagte gestern eine Polizeisprecherin.
Von den Tätern fehlt jede Spur. Auch die Tatzeit ist noch unbekannt. Hinweise auf eine gezielte Aktion von Gaslaternengegnern gibt es bisher nicht. Auch ein politisches Motiv schließt die Polizei aus. Vielmehr könnten es Betrunkene "mit besonderer Zerstörungswut" gewesen sein, so die Polizei. Man sei jetzt nachts verstärkt im Tiergarten unterwegs, hieß es. "Da werden wir unser besonderes Augenmerk auf die Laternenanlage legen", sagten Fahnder.
Rund um die Uhr geöffnet
Das Museum ist 365 Tage im Jahr geöffnet und kann zu jeder Tages- und Nachtzeit ohne Eintritt besichtigt werden. Erst kürzlich wurden beim Festival of Lights nächtliche Führungen durch das Freilichtmuseum angeboten. Die Anlage war 1978 eröffnet worden. 2006, anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft, wurde sie komplett überarbeitet. Das Museum wird jährlich von tausenden Touristen besucht. Im Frühjahr 2009 soll die Ausstellung mit fünf neuen Laternen erweitert werden. In Berlin stehen noch rund 44 000 Gaslaternen. Das ist mehr als die Hälfte aller weltweit noch existierenden Gasleuchten.
Quelle: Berliner Zeitung
Scheinbar muss man jetzt bewaffnet seine Runden durch die schöne Laternenlandschaft ziehen ... :-(
vor 9 Jahren

2 Kommentare:
Es sollten Selbstschussanlagen rings um das Museum aufgestellt werden, die sofort losgehen, wenn eine Laterne berührt wird.
Und nicht nur dort. Genauso an Bahnhöfen und Bushaltestellen, und sonstigen gefährdeten Orten.
Eine harte, aber sicher wirksame Waffe gegen Vandalismus und respektlose Idioten.
Traurig, dass andere Methoden nichts mehr nützen ...
Der Vandalismus wird immer schlimmer! Nicht blos an Laternen, auch an Verkehrssignalanlagen (Ampeln) toben sich die Hirnlosen Chaoten immer mehr aus.
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